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Radolfzell – Stockach – Sauldorf – Meßkirch – Mengen

Personenverkehr im Hinterland

Zugverbindung vom Landkreis Sigmaringen an den Bodensee

Die Biberbahn fährt auf einer längst in Vergessenheit geratenen Bahnstrecke im Bodenseehinterland der sogenannten Ablachtalbahn. Diese historische Bahnstrecke wurde reaktiviert und schon ab Juli 2021 fahren wieder Personenzüge darauf!

Auf der Strecke wird künftig ein Freizeitverkehr an Sonn- und Feiertagen eingerichtet und verbindet so die Städte Radolfzell und Mengen miteinander. Haltestellen sind derzeit in Stockach, Meßkirch, Bichtlingen, Sauldorf und Mengen geplant. Somit entsteht eine neue Verbindung von Radolfzell am Bodensee bis nach Ulm oder Stuttgart.

 

Das Tourismuskonzept

Der Biber lernt fahren…

Die Biberbahn mit dem dazugehörigen Tourismuskonzept wurde von der Arbeitsgruppe Marketing entwickelt und weiter ausgebaut. Diese besteht aus Mitgliedern des Fördervereins Ablachtalbahn e.V., den Tourismusbeauftragten aus Meßkirch und Stockach, der Meßkircher Eisenbahnbetriebsleitung und Vertreten des Bodo. Die Biberbahn wird voraussichtlich ab Mitte Juli 2021 dreimal täglich an Sonn- und Feiertagen zwischen Stockach und Mengen fahren. Die erste Fahrt des Tages beginnt in Radolfzell und die letzte endet dann wieder dort.

Die aktuellsten Neuigkeiten und Mitteilungen zu Strecke und Zügen gibt es hier und auch via Facebook und Instagram!

Die Biberbahn – Mit der Bahn durch drei Ländle

Die geschichte rund um die Strecke

Die Biberbahn fährt von Radolfzell über Stockach, Meßkirch und Krauchenwies nach Mengen, heute einfach durch einen Teil Baden-Württembergs. Das war aber nicht immer so. Die Geschichte der Bahntrasse liest sich wie ein Querschnitt der deutschen Geschichte. Am 02. September 1859 beschließt eine grenzüberschreitende Gruppe von Abgeordneten aus den drei damals noch eigenständigen Staaten Baden, Württemberg und Hohenzollern, sich für den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Ulm, dem Bodensee und dem Schwarzwald einzusetzen. Und so wird von 1865 bis 1873, ab 1871 im Deutschen Reich, die Bahnlinie gebaut. Einfach ist es nicht: Die Staatgrenzen, unterschiedliche Gremien, konkurrierende Interessen machen den Bau und den Betrieb nicht immer leicht. In der neuen Bundesrepublik fährt die Bahn bis 1952 immer noch von den badischen Städten Radolfzell, Stockach und Meßkirch über das hohenzollerische Krauchenwies bis ins württembergische Mengen. In diesem Jahr wird in einem Volksentscheid das Bundesland Baden-Württemberg aus der Taufe gehoben, die Spuren der drei „Ländle“ sind aber bis heute überall gegenwärtig.

Ab 1969 wird der Bahnverkehr etappenweise stillgelegt. Seit diesem Jahr 2021 fährt sie nun wieder als Biberbahn auf der alten Trasse. Der Biber ist dabei ihr ständiger Begleiter. Feuchtgebiete, wie die Sauldorfer oder Krauchenwieser Baggerseen, bieten einen idealen Lebensraum für die geschützten Tiere. Bei der Fahrt durch das Tal der Ablach zeigen sich im Fluss die Bauten der fleißigen Arbeiter. Angenagte und umgestürzte Bäume zeigen seine Anwesenheit, auch wenn er selbst wenig zu sehen ist. Immer wieder sind die Ergebnisse seiner Aktivitäten, wie überflutete Felder und aufgestaute Bachläufe, eine Herausforderung für die Anlieger, auch die Biberbahn. Sympathischer Namensgeber der Bahn ist er Bewohner einer intakten Natur- und Kulturlandschaft, durch die die Bahn die Besucher führt.

Freizeittipps & Aktionen

Campus Galli – Karolingische Klosterstadt

Zu Besuch in einem anderen Jahrhundert

Auf der Klosterbaustelle “Campus Galli” entsteht Tag für Tag ein Stück Mittelalter: Handwerker und Ehrenamtliche schaffen mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts ein Kloster auf Grundlage des St.Galler Klosterplans.

Es werden Holzbalken mit Äxten behauen und aus der Schmiede ertönt der klingende Ton des Amboss. Alles muss von Hand gemacht werden, alles ist mühsamer, geht langsamer als heutzutage, ist vielleicht aber auch erfüllender und befriedigender. Erleben Sie das Mittelalter hautnah!

Krauchenwieser Küste

Strandbad am Steidle See

Schon beim Betreten des Naturbades wird klar, dass es sich um eine Oase der Erholung und Entspannung handelt. Alte Baumbestände laden zum Verweilen im Schatten ein. Kinder toben sich auf dem Kinderspielplatz aus.

Ausreichend Umkleidemöglichkeiten und sanitäre Anlagen sowie Kalt- und Warmwasserduschen sind vorhanden. Ein Nichtschwimmerbereich ist ebenfalls ausgewiesen.

Der wahrscheinlich längste, künstlich angelegte Sandstrand Oberschwabens lässt Adriagefühle aufkommen und begeistert Jung und Alt.

Heuneburg – Stadt Pyrene

Bedeutendste keltische Akropolis Europas
Weithin sichtbar, oberhalb der Donau gelegen, zeugen noch bis heute die mächtigen Wallanlagen und Großgrabhügel von der Bedeutung der Heuneburg. Vor 2500 Jahren, zur Zeit der frühen Kelten, lag hier ein großflächiges, dicht bebautes Siedlungszentrum: die älteste Stadt nördlich der Alpen.

Das Freilichtmuseum der Heuneburg bietet Ihnen mit seinen Rekonstruktionen einen Einblick in die Zeit der Kelten. Entdecken Sie die imposante Toranlage. Erleben Sie in den wieder aufgebauten Häusern, wie die Kelten gewohnt, gelebt und gearbeitet haben. Gehen Sie dem Rätsel um Pyrene auf den Grund!

Eselwanderungen für Groß und Klein

Mit dem Esel durch die Natur

Mit dem Esel die Sauldorfer Seen entdecken oder eine Eselwanderung von Meßkirch zum Campus Galli. In Kooperation mit dem Esel-Schaf-Hof Boll wollen wir diese besondere Form des Wanderns anbieten. Ein Genuss und noch dazu ein besonderes Erlebnis für Groß und Klein!

Sauldorfer Seenplatte

Erholen Sie sich im Naturschutzgebiet Sauldorfer Seenplatte

Ein wahrer Geheimtipp für Wanderer und Radler: In der Kieslandschaft südwestlich von Sauldorf, die verschiedene Eiszeiten im Laufe der Jahrtausende so modelliert haben, sind durch Auskiesung in den 1970er und 1980er Jahren fünf Seen entstanden. Diese haben sich zu einem wahren Paradies für Zugvögel und gefährdete Vogelarten, aber auch für Amphibien, Wasserinsekten und Kleinfischarten entwickelt.

Donautal

Der Naturpark obere Donau

Die Donau hat sich vor hunderttausenden Jahren ihren Weg durch das Tal gegraben und auf fast 1500 Quadratkilometern eine unverwechselbare Landschaft hinterlassen, die zum Staunen und Entdecken einlädt. Zahlreiche Höhlen, Burgen und Ruinen zeugen von einer Siedlungsgeschichte, die nachgewiesen bis ins fünfte Jahrhundert zurückreicht. Ob Kanu-, Rad- oder Wandertouren – das Obere Donautal wartet mit atemberaubenden Ausblicken auf und hält so manches Erlebnis bereit…

Von wo nach wo und „wa koschds“

Der künftige Fahrplan

Noch nicht in Stein gemeißelt – aber das Gerüst steht

Die Biberbahn wird ab Juli 2021 dreimal täglich – an Sonn- und Feiertagen – auf der Strecke zwischen Stockach und Mengen pendeln. Die Fahrzeiten werden möglichst an die Anschlusszüge in Stockach und in Mengen angepasst. Morgens startet die Linie bereits in Radolfzell und die letzte Fahrt des Tages endet auch in Radolfzell.

In Meßkirch wird der RegioBus 600 direkt am Bahnhof Meßkirch halten, sodass ein direkter Anschluss zum Campus Galli und auch weiter in die Kreisstadt Sigmaringen möglich ist. Geplant ist ein Halt der Biberbahn an den Bahnhöfen Stockach, Sauldorf, Bichtlingen, Meßkirch und Mengen.

Tarife & Tickets

Die Details sind noch in Abstimmung

Es werden sowohl die Verbundtarife vom VHB, Bodo und Naldo und die Fahrkarten der DB einschließlich dem Ba-Wü-Ticket und dem Metropol-Tagesticket aus dem BW Tarif auf der Biberbahn gültig sein. Ferner sollen Verbundtarife gegenseitig auf der Gesamtstrecke anerkannt werden (Tagesticket). Weitere Detailinformationen folgen.

Mit einem gültigen Bahnticket wird es möglich sein mit vergünstigtem Eintritt z.B. in die Heuneburg oder in den Campus Galli zu kommen. Auch wird es Vergünstigungen bei weiteren Aktionen wie z.B. bei Biberführungen etc. geben

FAQ

Komme ich mit dem ÖPNV denn von Meßkirch aus auch irgendwie nach Sigmaringen?

Ja, mit der neuen Busverbindung im Landkreis Sigmaringen – der Linie 600. Sie startet direkt am Bahnhof in Meßkirch.

Wieso haben manche Ortschaften, die an der Strecke liegen, keine Haltestelle?

Jede Kommune, die sich an der Bahn und somit auch an den Kosten des Bahninfrastrukturbetriebs und des Errichten eines provisorischen Bahnsteigs beteiligt, kann einen Haltepunkt bekommen.

Wieso fährt der Zug „nur“ zwischen Stockach und Mengen?

Wir machen lieber ein Schritt nach dem anderen und der Erste ist nun der Freizeitverkehr. Von Radolfzell/Stockach mit dem Zug duch das Ablachtal wieder nach Mengen zu kommen, ist schon mehr, als sich jeder noch vor wenigen Jahren überhaupt vorstellen konnte! Die Verbindungen enden ja auch nicht in Mengen oder Stockach bzw. Radolfzell, die Anschlüsse sind da! Dennoch ist der Ausbau hin zu einem regulären Farhbetrieb angedacht. Ein Gutachten ist in Arbeit und vielleicht fahren irgendwann die Züge auch wieder regelmäßig unter der Woche.

Kann ich den Zug auch als Berufspendler nutzen?

Vermutlich ist das eher nicht so ideal, da wir für die nächsten Jahre zunächst einen Freizeitverkehr an Wochenenden und Sonn- und Feiertagen etablieren wollen.

Kann ich im Zug auch das Fahrrad mitnehmen?

Um die schönen Landschaften entlang der Strecke zu erkunden, ist ein »Drahtesel« nützlich, wobei man natürlich auch zu Fuß beim Wandern so einiges erkunden kann. Daher haben wir eine Fahrradmitnahme eingeplant und sind im Gespräch mit der dafür zuständigen Stelle! 

Gibt es irgendwelche Ausflugsziele entlang der Strecke?

Selbstverständlich haben die einzelnen Teilregionen unserer fast 40 km langen Strecke auch Einiges zu bieten. Hierzu können sie gerne die Touristinfo in Stockach oder Meßkirch kontaktieren. Aber auch auf unserer Website finden sie bereits einige Anregungen, die künftig noch ausgebaut werden.

Was hat es mit diesen drei „Ländle“ auf sich? Die Strecke liegt doch in Baden-Württemberg?

Also das mit den drei Ländle ist einfach erklärt, denn zum Zeitpunkt als die Bahnstrecke 1859 beschlossen wurde, führte sie durch die damals eigenständigen Staaten Baden, Württemberg und Hohenzollern. Diesen Umstand haben wir übrigens auch in unserem Logo gewürdigt, indem wir die Länderwappen aufgegriffen haben.

Wieso heist diese Strecke denn Biberbahn?

Feuchtgebiete, wie die Sauldorfer oder Krauchenwieser Baggerseen, bieten einen idealen Lebensraum für die geschützten Tiere. Und genau diese säumen einen Großteil der Strecke der Bahnstrecke, die auch Ablachtalbahn heisst. Wenn man genau aufpasst, zeigen sich bei der Fahrt durch das Tal der Ablach im Fluss immer wieder Bauten der fleißigen Arbeiter.

Ich hätte auch Spaß daran, mich bei der Biberbahn irgendwie einzubringen, was kann ich tun?

Du kannst ganz einfach direkt Mitglied in unserem Förderverein Ablachtalbahn e.V. werden, den wir 2020 gegründet haben. Hier teilen wir die ganzen Aufgaben untereinander auf. Je mehr wir sind, umso besser können wir die Arbeiten auf mehreren Schultern verteilen. Willst du hier nähere Informationen, wirf gerne einen Blick auf die Website des Fördervereins oder schreib direkt den Vorstand an.

Wer ist denn für die Strecke und den Betrieb der Bahn zuständig?

Glücklicherweise haben die Stadt Meßkirch und die Gemeinde Sauldorf die Strecke Ende 2020 gekauft. Seit 1. März 2021 ist Meßkirch kommunaler Streckenbetreiber von Stockach bis nach Mengen. Mehr Informationen hierzu gibt es hier oder beim  Förderverein.

Nur gemeinsam kommen wir weiter voran

Projektpartner der Biberbahn

Sie wollen sich auch bei der Biberbahn einbringen?

Unser Reaktivierungsprojekt bietet vielfältige Aufgaben. Je mehr wir sind umso leichter fällt es uns, die Aufgaben die noch kommen, zu stemmen. Hilfe bei der StreckenpflegeTouristenguides und Ticketverkäufer im Zug oder der Streckenposten am Gleis, das organisieren wir als Verein.

Aber natürlich freuen wir uns auch über finanzielle Zuwendungen, Sachspenden oder anderweitige Unterstützung. Wir freuen uns über Mitstreiter und Mitstreiterinnen!

© Förderverein Ablachtalbahn